![]() |
||||
Unser Verständnis von ZahnheilkundeBis vor wenigen Jahren war die Zahnheilkunde vorwiegend von der Reparatur vorhandener Schäden des Kauorgans geprägt. Üblicherweise wurde mehr oder weniger regelmäßig ein zahnärztlicher Befund erhoben, der den momentanen Zustand dokumentierte und zumeist mit einer Empfehlung zur Füllung oder prothetischen Versorgung der Zähne verknüpft wurde. Die moderne, wissenschaftlich ausgerichtete Zahnheilkunde unterliegt seit einiger Zeit einem grundsätzlichen Paradigmenwechsel. So ist es heute beispielsweise unbestritten, dass die Therapieentscheidung auf der Basis üblicher Momentbefunde auch von "erfahrenen Zahnärzten" häufig nicht zu reproduzieren ist und dass es nicht immer ausreicht, Karies- und Parodontalerkrankungen auch durch noch so ausgefeilte Füllungs- oder Zahnersatztechniken rein reparativ angehen zu wollen. Sowohl Karies als auch Parodontitis sind bakteriell verursachte Erkrankungen, welche in den meisten Fällen einen langsamen und über lange Zeit schmerzfreien Verlauf nehmen können. Dies hat einerseits eine "beruhigende" Wirkung, da vom Fehlen des Schmerzes auf das Fehlen des Problems geschlossen wird, andererseits ermöglicht es der Erkrankung, einen in vielen Fällen nicht wiedergutzumachende Schäden zu erzeugen. Im Mittelpunkt steht eine Risikobeurteilung für den Ausbruch und den zeitlichen Verlauf einer oralen Erkrankung. Dies stellt eine typische ärztliche Leistung dar, die von keiner Maschine, Checkliste oder Computerprogramm erbracht werden kann. Karies ist heutzutage zu 100% besiegbar, Parodontose zu 90%. Dies ist die gute Nachricht. Die weniger gute lautet: Aber nicht ohne Aufwand! Es ist die Verantwortung eines jeden einzelnen von uns, zu entscheiden, inwiefern Zeit, Energie und Geld dafür investiert werden. Wir bemühen uns um eine ganzheitliche Betrachtungsweise unserer Patienten und deren Probleme und sind uns der Individualität eines jeden Menschen bewusst. Wir sehen unsere Aufgabe darin, einen umfassenden Überblick über unser Fachgebiet zu erlangen und zu wahren, um kompetent zu beraten und über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Wir entscheiden nichts für unsere Patienten, möchten sie aber in die Lage versetzen, sich kompetent für das individuelle Optimum zu entscheiden. Für uns ist diese ganzheitliche Einstellung selbstverständlich, auch ohne dass wir Zusätze wie "biologisch" oder "ganzheitlich" auf unserem Praxisschild führen. Uns stört der Anspruch jener Kollegengruppen, die durch die Einführung derartiger Zusätze suggerieren wollen, die ganzheitliche oder biologische Betrachtungsweise für sich gepachtet zu haben und vor allem der implizierte Umkehrschluss, alle anderen hätten das nicht. Solche Ansprüche wären vielleicht bei Automechanikern oder Informatikern etwas Besonderes. Für uns haben sie den Informationsgehalt und die Aussagekraft trivialer Wahrheiten wie "der Ball ist rund" oder "die Banane ist krumm". Im Klartext: jeder gute Arzt denkt von Haus aus ganzheitlich und biologisch, hat er doch (in den allermeisten Fällen) einen ganzen und biologischen Patienten vor sich. Dieser Einstellung steht die Gesundheitspolitik (oder vielmehr Krankheitspolitik) in unserem Lande entgegen: Ärzte werden zur Oberflächlichkeit genötigt, ganzheitliches Denken wird nicht belohnt sondern erschwert. Unser Lösungsansatz ist, unsere Patienten intensiv aufzuklären und sie dadurch zu mündigen Entscheidern zu machen. Siehe hierzu auch unseren Artikel über Gesundheitspolitik.
|
||||
|
2011 © Dr. Elmar Frank mit insideCMS
|